Bericht über meine Reise nach Addis Abeba (September bis Oktober 2013)
Osnabrück, im Dezember 2013
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1 Euro = 25 äthiopische Birr

Liebe Sponsoren, Paten und Förderer unseres Äthiopienprojektes,

zunächst muss ich euch/Ihnen leider die traurige Nachricht überbringen, dass unser Freund Horst Grabow nach kurzer und schwerer Krankheit im März dieses Jahres verstorben ist. Horst hat sich all die Jahre um die Buchführung unseres Vereins gekümmert und mir so den Rücken freigehalten. Wer mit ihm diesbezüglich zu tun hatte, weiß, wie engagiert, genau und ernst er diese Aufgabe genommen hat. Horst hinterlässt eine schwer zu füllende Lücke. Gott sei Dank hat sich Siegmund spontan bereit erklärt, bis auf weiteres die Buchführung bei entsprechender Unterstützung zu übernehmen. Hier haben wir auch Duke eingebunden, der ja zurzeit in Osnabrück studiert und Erfahrung mit Buchführung hat.

Anlässlich einer Dienstreise nach Südafrika konnte ich auf der Hin- und Rückreise für ein paar Tage in Addis bleiben und nach dem Rechten schauen.

In Bezug auf die Entwicklung und Zukunftsplanung des Vereins möchte ich Euch/Sie auf das Protokoll unserer Jahresversammlung vom 10.12.2013 verweisen, dass allen zugestellt wird. In diesem Bericht hier soll es primär um die Entwicklung der von uns geförderten Kinder / Jugendlichen / Familien in Äthiopien gehen.

Allgemeines: Die Lebensbedingungen haben sich eher verschlechtert und die Inflation steigt weiter. Dennoch habe ich dieses Mal die Förderbeiträge nicht pauschal erhöht.

Im Jahr 2013 haben wir insgesamt 121 Personen sowie die Infrastruktur der Fasil-Schule unterstützt.

Mesfen (unser Mitarbeiter vor Ort) war in den letzten Monaten mit der Vereinsarbeit wohl etwas überlastet, so dass Einiges liegen geblieben ist. Er ist nicht böse darüber, dass ab Oktober Yasin (# 26) und Yared (# 24; Tagesgeschäft) diese Aufgabe übernommen haben. Ich kenne beide Personen seit vielen Jahren. Erste Erfahrungen aus den Monatenen Oktober/November lassen erkennen, dass die Arbeit in Addis nun sehr zügig uns strukturiert durchgeführt wird.

Kleidung etc.: Angesichts der hohen Anzahl Kinder und Jugendlicher reicht die Menge an Kleidung, die ich mit nach Addis nehmen kann, bei weitem nicht aus.
Ab Frankfurt kann unsere Sponsorin und Mitarbeiterin Linda van Alphen Kleidung und andere Sachen von Lufthansamitarbeitern mit nach Addis nehmen lassen. Dort werden die Sachen dann im Lufthansa-Vertragshotel abgegeben und von Yared abgeholt. Dieses Vorgehen funktioniert gut. Wir müssen nur noch einen einfachen Weg finden, Transportgut von Osnabrück nach Frankfurt zu transportieren.

Die Kinder in Addis haben nicht einmal ein Kuscheltier, das sie liebhaben können. Unter Vermittlung von Maria Lintze habe ich von ihren Schülern und Schülerinnen einen großen Sack voll mit Schmusetieren bekommen. Herzlichen Dank an alle Beteiligten!
Aus Platzmangel konnte ich dieses Mal nur einen kleinen Teil der Kuscheltiere mitnehmen, der Rest muss nun via Linda und Lufthansa transportiert werden. Allerdings konnte ich den meisten kleinen Kindern mit einem Schmusetier eine große Freude bereiten.

Laptops: Internetfähige, gut erhaltene und nicht zu alte Laptops sollen allen an der Universität und College Studierenden zur Verfügung gestellt werden. Dies ist sinnvoll für ein optimales Studium und spart zusätzlich auch noch Geld, das ansonsten für endloses Kopieren anfällt. Momentan haben wir vier Studierende. Einen laptop habe ich dieses Mal an ein studierendes Geschwisterpaar (Bereket und Benyam Wendemu, # 46) übergeben; erste Rückmeldungen belegen, dass der Computer einwandfrei läuft.

Tutorien: Auf der Basis des entsprechenden Beschlusses auf unserer Jahresversammlung (Dezember 2012) sollen alle Kinder an den Schultutorien (Mischung aus Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfeunterricht) teilnehmen. Wo es von den Schulen angeboten wird (dies trifft leider nicht so häufig zu), habe ich diesen Punkt umgesetzt. Alle betroffenen SchülerInnen haben diese Nachricht mit Begeisterung aufgenommen, da in der Regel die Eltern Analphabeten sind und den Kindern bei Hausaufgaben und Klausurvorbereitungen überhaupt nicht helfen können. In anderen Fällen helfen private Tutoren. Da diese mit höheren Kosten verbunden sind, achte ich darauf, dass möglichst alle Kinder einer Familie davon profitieren. In jedem Fall sollte die Leistungskurve bei allen ansteigen.

Begabte SchülerInnen: Wir hatten weiterhin auf unserer letzten Versammlung beschlossen, dass begabte Kinder – sollten sie und ihre Familie zustimmen – die Akaki-, Esperanzaschule (beide Internate), oder andere Privatschulen besuchen können. Diese genannten nicht-staatlichen Schulen gehören zu den besten Schulen im Land. Absolventen dieser Schule haben deutlich bessere Aussichten auf einen Studienplatz an einer Universität. Dieses Mal habe ich die drei Kinder der Familie Dereje (# 47) sowie Bezawit Aregawi (# 18) an einer Privatschule angemeldet.

Bücher: Beim letzten Mal habe ich berichtet, dass wir 20 Amharisch/ English und Englisch/Englisch Wörterbücher bestellen wollten, die den Familien bald ausgehändigt werden sollten. Hier ist es leider in den letzten Monaten zu Verzögerungen gekommen, aber Yared nimmt sich derzeit dieser Aufgabe an. Weiterhin haben wir Fachschulbücher, wissenschaftliche Taschenrechner, Zeichenmaterial u.ä. Schulartikel vor allem für die fortgeschrittenen SchülerInnen und Studierenden angeschafft. Ferner habe ich „gute Literatur“ auf Amharisch (für die Jüngeren) und Englisch beschafft, die unsere interessierten SchülerInnen dann im Umlaufverfahren ausleihen und lesen können. Das schult die Ausdrucksweise und verbessert die Englischkenntnisse.

Dieses Mal habe ich die Fasilschule besucht und bin herzlich empfangen worden. Ich habe mir alle von uns im April 2010 beschafften Bücher, naturwissenschaftliche Lehrmittel und die Computer zeigen lassen (s. Video auf unserer Homepage). Es war alles am Platze und wir können den Lehrern dieser Schule vertrauen.

Die Fasil-Schule hat mehrere Wünsche an mich herangetragen, die ich gerne auf unserer nächsten Vereinsversammlung diskutieren möchte (s. Protokoll der Jahresversammlung).

Ich habe bei meinem jetzigen Besuch nur einen Studenten (Bereket Wendemu # 46) neu in unser Förderprogramm aufgenommen, da alle Beteiligten Yasin, Yared, Duke (der sich im September 2013 auf Heimaturlaub befand) und ich selber mit der Aufarbeitung aufgeschobener Aufgaben voll beschäftigt waren.

Nun aber zu den Kurzberichten über alle geförderten Kinder/Jugendlichen/Studenten /Familien.

Ich behalte in meinen Berichten die Nummerierung der Familien bei, da es wegen der Namensprobleme immer wieder zu Verwechslungen gekommen ist

Photos und Videos mit Bildunterschriften (Vor- und Nachnamen) sind dank Konstantins freundlicher Hilfe bald auf unserer Homepage („Wem wir helfen“ anklicken) hinterlegt.

[Ich habe auch wegen der Filme und Photos auf youtube Rücksprache mit Konstantin genommen (s. Protokoll der Jahresversammlung am 27.11.12). Er hat alle Filme und Photos bei youtube herausgenommen. Somit erfolgt der Zugang zu Photos/Filmen ausschließlich über unsere homepage]

Mittlerweile sind sieben zuvor geförderte Personen in Lohn und Brot, und dies sind für uns sehr gute Nachrichten:

30. Helen Negusa
haben wir zwei Jahre unterstützt (Ausbildung Hotel und Cateringservice). Sie hat daraufhin eine Stelle in einem Hotel bekommen und dort einen amerikanischen Staatsbürger kennengelernt, den sie dann geheiratet hat. Helen lebt seit Ende 2010 in den USA, hat 2011 ein Kind bekommen und lässt unserem Verein per e-mail die besten Wünsche und ein herzliches Dankeschön für die Förderung zukommen.

26. Dr. Yasin Mohammed Yasin
Yasin ist nach seiner Promotion in Politikwissenschaften an der Universität Hamburg
im Dezember 2010 wieder nach Addis zurückgekehrt. Zunächst hat er an einem College unterrichtet, seit Mitte 2011 arbeitet er für IGAD (Intergovernmental Authority on Development). Zu den Prioritäten der IGAD gehört eine verbesserte Kooperation humanitärer Angelegenheiten innerhalb der IGAD Mitgliedsstaaten Djibouti, Eritrea, Äthiopien, Kenia, Somalia, Sudan und Uganda, um die regionalen Kapazitäten im Katastrophenrisikomanagement zu stärken. Yasin zahlt ab Januar 2012 in monatlichen Raten die Förderung durch unseren Verein zurück. Ferner wird er unserem Verein weiter mit Rat und Tat zur Seite stehen. Vor allem hoffe ich, dass er uns durch seine Kontakte bei der Vermittlung von Schul- oder Universitäts-absolventen helfen kann. Eine Schwester von ihm ist promovierte Juristin, eine andere ist Ärztin und gerade aus den USA nach Addis heimgekehrt.
Die Schwestern werden uns in medizinischen und juristischen Fragen beraten.

16. Familie Manaye (2; Mutter und Sohn Israel)
Israel ist 22 und er hat vor kurzem sein Englischstudium an der Universität von Mekelle erfolgreich abgeschlossen. Nachdem er zunächst bei einer NGO praktiziert hat, ist er nun fest eingestellter Lehrer an der Abuna Gorgorium Schule. Seine Mutter litt neben einer Herzinsuffizienz offenbar auch an einer ernsthaften Magen-/Darmerkrankung. Sie ist mittlerweile operiert worden und ihr geht es wieder gut. Wir haben uns an den Kosten beteiligt; den Rest hat Israel von seinen ersten Bezügen bezahlt.
Israel studiert parallel zu seiner Lehrertätigkeit den Studiengang Master of Education an der Universität von Addis. Dieses Studium (2.5 Jahre) finanziert er von seinem Gehalt und qualifiziert ihn für Lehrertätigkeiten an höheren Schulen.

29. Familie Mehari (3, Eltern und Tochter Helena)
Im Jahr 2009 erlitt die Familie einen finanziellen Einbruch durch die ständigen Arztrechnungen für Tochter Helena. Ihr Mann Mehari ist ein tüchtiger Schreiner, fand aber nur unregelmäßig Arbeit. Wir haben mit dieser Familie einen neuen Weg beschritten. Wir haben dieser Familie ein Startkapital in Höhe der üblichen jährlichen Förderung für eine mehrköpfige Familie (12 X 650 Birr) zur Verfügung gestellt. Mit diesem Geld hat Mehari eine kleine Werkstatt gemietet und ein paar Werkzeuge sowie eine elektrische Säge gekauft. Und es hat geklappt! Mehari konnte 2010 und 2011 für die Familie sorgen; ich finde dies ist ein gutes Beispiel für Hilfe zur Selbsthilfe.

Neu in die Förderung aufgenommene Familien / Jugendliche / Studenten

46. Bereket Wendemu [siehe auch unter bereits geförderte Personen /Familien # 46]
Bereket (geb. 27.10.1992) ist der Bruder von Benyam und beide sind Neffen von Bekelle, der seit 2008 nach Förderung durch unseren Verein eine gute Stellung am Hilton Hotel inne hat. Beide studieren Ingenieurswesen. Benyam erreichte in seinem letzten Zeugnis den Wert 3.6 von 4.0 möglichen Punkten, Bereket einen Wert von 3.1. Beide leben bei der Familie, aber die Transport- und Kopierkosten machen der Familie schwer zu schaffen. Wir haben die Aufwendungen für Bus und Kopieren überschlagen und fördern nun Benyam und Bereket mit je 500 Birr monatlich. Ich habe nun beiden ein labtop mitgebracht, das sie sehr gut für ihr Studium nutzen können.

**__Von uns bereits geförderte Kinder/Jugendliche/Familien
Hier werde ich nur Neuigkeiten berichten__**

1. Familie Girma (7; Eltern, Töchter Shewatsehay, Yeshimebet, Meskerem; Söhne Yordanos, Eyayu)
Der Vater ist seit seiner Geburt blind und hat ein wenig Geld durch Betteln verdient. Die Mutter Yayesh ist sehr stark und ist ständig unterwegs, um die Familie durchzubringen. Sie macht bei Nachbarn sauber und übernimmt Hilfsarbeiten aller Art. Bis vor einem Jahr trugen die zwei älteren Kinder durch den Verkauf von Lotterielosen zum Familieneinkommen bei. Jetzt können sich die Kinder auf die Schule konzentrieren. Natürlich muss jedes Kind nach Alter und Möglichkeit im Haushalt helfen.
Eyayu (9 Jahre alt) ist mittlerweise der viertbeste von 52 Schülern und Yordanos (7) hat ein A in allen Fächern, die Bestnote, während Shewatsehay (6) noch nicht über ein B hinauskommt. Yeshimebet (12) könnte mehr für die Schule arbeiten, sie ist auf Rang 17 von 52. Auf den Photos (s. Homepage) fehlt Shewatsehay, sie war während meines Besuches in der Schule.
Besuch Dezember 2012/Januar 2013: Mutter Yayesh war viele Wochen krank und Tochter Yeshemebet musste während dieser Zeit den Haushalt organisieren. Jetzt geht es der Mutter wieder besser und hat das Regiment in der Küche wieder übernommen. Trotzdem hat Yeshemebet sich gegenüber dem letzten Jahr verbessert und belegt Rang 11 von 53 SchülerInnen. Dennoch habe ich den Vater gebeten, die Kinder nicht für den Haushalt heranzuziehen und dieses Problem anders zu lösen. Er hat eingewilligt. Die Kinder sollen sich auf die Schule konzentrieren und alle werden das Schultutorium besuchen.
Yordanos und Shewatsehay werden ihr nächstes Zeugnis erst am Ende des Schuljahres im August bekommen. Eyayu schneidet wieder sehr gut ab (Rang 4 von 52), obwohl ihm einige Bücher fehlten, die eigentlich von der Schule hätten gestellt werden müssen.
Besuch September/Oktober 2013:
Die Mutter ist offenbar chronisch krank (Niereninfektion mit Schädigung der Leber) und Yeshemebet muss dann als älteste Tochter den Haushalt machen. Dies ist natürlich nicht in unserem Sinne, denn sie hat dann wenig Zeit für die Schule. Wir bekommen das Problem nur in den Griff, wenn die Mutter gesund ist. Die Mutter ist nun entsprechend behandelt worden und nach einiger Zeit wird sie noch einmal auf die Erreger getestet (s. auch Protokoll der Jahresversammlung).
Eyayu hat ein Problem mit beiden Ohren. Yasin hat einen geeigneten Arzt gefunden. Eyayu wird derzeit noch untersucht, aber möglicherweise kann nur eine kleine Operation helfen. Ich bleibe da am Ball.
Überraschenderweise wurde uns Nachwuchs (Meskerem, Mädchen, geboren Anfang 2013) präsentiert. So sehr ich mich über das Baby gefreut habe, musste ich doch bei nunmehr fünf Kindern bei den Eltern eine Familienplanung anmahnen. Das haben Sie auch eingesehen. Ansonsten geht es den Kindern gut und sie freuen sich, in die Schule gehen zu dürfen. Dies zeigen auch ihre Leistungen.
Yordanos: 6 von 36
Eyayu: 2 von 53
Shewatsehay: Keine vergleichende Leistungsangabe
Yeshemebet: 31 von 54 (Begründung siehe oben)

2. Familie Manaye (2; Mutter Asres und Sohn Yoseph)
Der Vater ist vor sechs Jahren verstorben. Er hat viele Jahre als Kellner in einem Hotel gearbeitet und sich bescheidene Rentenansprüche erworben. Die will das Hotel jetzt aber nicht an die hinterbliebene Familie auszahlen. Als „Ausgleich“ hat man der Mutter nun einen Job als Reinigungskraft im Hotel angeboten; sie hat angenommen, um mit diesen 150 Birr monatlich (= ca. 13 €) zum Überleben beizutragen. Asres hat nie eine Schule besuchen können und wünscht sich dies sehnlich für ihren Sohn. Der Junge Yoseph hat bis zur Aufnahme in unsere Förderung Lotterielose verkauft und konnte nicht regelmäßig zur Schule gehen.
Seit einem Jahr geht Yoseph nun regelmäßig zur Schule. Im ersten Schulhalbjahr 2011 war er auf Rang 32 von 51 Schülern, im zweiten Halbjahr bereits auf Rang 20; eine deutliche Steigerung.
Besuch Dezember 2012/Januar 2013: Bei unserem diesjährigen Besuchprogramm habe ich einfach vergessen, diese Familie zu besuchen. Dies mag daran gelegen haben, dass die Familie weit weg von allen anderen lebt. Ich werde entsprechende Informationen nachreichen. Nach Aussage von Mesfen, der im monatlichen Kontakt mit allen Familien steht, ist aber soweit alles in Ordnung.
Besuch September/Oktober 2013: Während meiner Anwesenheit in Addis konnten wir diese Familie telefonisch nicht erreichen, erst später konnte Xared mit der Mutter in Kontakt treten. Beiden geht es gut und Yoseph wird bald ein Tutorium besuchen.

3. Familie Kassahun (3; Mutter Emebet, Sohn Getachew, Tochter Tigist)
Die Familie hat bis vor sieben Jahren in der Provinz Shoa im Dorf Dera als Bauern gearbeitet, als der Vater 2003 starb. Zuvor hat die Familie ihre Lebensgrundlage (zwei Kühe) zur Begleichung von Arztrechnungen verkauft und sie hat ihr Glück in Addis gesucht. Hier hat die Mutter Emebet (geb. 1987) die Familie durch Gelegenheitsarbeiten über Wasser gehalten. Beide Kinder Getachew (m, grade 5, geb. 17.09.2000) und seine Schwester Tigist (w, geb. 05.02.2002, grade 3) trugen aber auch durch den Verkauf von Lotterielosen zum Familieneinkommen bei. Auch in dieser Familie reichte es mit 230 Birr monatlich so gerade zum Durchkommen und an regelmäßigen Schulbesuch war nicht zu denken. Nun sind sie seit zwei Jahren in der Förderung und arbeiten sich in der Schule so langsam nach vorne. Getachew möchte gerne Pilot werden, Tigist liebt Zahlen und möchte gerne Mathematiklehrerin werden
Besuch Dezember 2012/Januar 2013: Die Familie ist gesund. Obwohl wir die Familie unterstützen, die Kinder nicht mehr arbeiten müssen und sich somit voll auf die Schule konzentrieren können, sind die schulischen Leistungen schwächer geworden. Ich habe mit sehr klaren Worten erläutert, dass wir dieses so nicht akzeptieren. Wir erwarten zum nächsten Halbjahreszeugnis im Sommer eine klare Trendwende. Es kann nicht sein, dass wir Kindern den Rücken frei halten und diese dann faul werden. Um eventuell andere Gründe für den Leistungsabfall zu erfahren, wird Mesfen sich auch mit den Lehrern von Kassahun und Tigist treffen.
Besuch September/Oktober 2013:
Tigist und Damtew geht es gut. Beide Kinder haben sich erfreulicherweise in der Schule verbessert, obwohl es durchaus noch Luft nach oben gibt. Hier haben meine mahnenden Worte offenbar gefruchtet. Die Kinder haben ein Wörterbuch erhalten sowie eine warme Decke.

4. Familie Worku (3; Mutter Abebech, Tochter Hermela und Sohn Leuel)
Hermela (01.05.2003) ist mittlerweile 8 Jahre alt, geht in die dritte Klasse und einer unserer ersten Schützlinge. Nach anfänglichen gesundheitlichen Problemen (Leber, Verdauung) hat sie sich prächtig entwickelt (s. Photos), das Zeugnis kann sie sicher noch verbessern und ich habe die Mutter ernsthaft darauf hingewiesen. Abebech trägt mit einem monatlichen Einkommen von knapp 400 Birr zum Haushalt bei. Dies wird ausdrück- lich von uns begrüßt.
Besuch Dezember 2012/Januar 2013: Senait, die Schwester von Abebech hat sich im März 2012 das Leben genommen, als sie erfuhr, dass sie HIV positiv ist. Ihr Mann war auch positiv und ist bereits vor drei Jahren gestorben. Sie hinterlässt einen kleinen Jungen (Leuel, geb. 2009), den Abebech nun als ihren Sohn aufzieht. Wir werden zunächst klären, ob Leuel HIV infiziert ist.
Besuch September/Oktober 2013:
Leuel ist erfreulicherweise HIV negativ. Hermela geht es soweit gut, hadert aber mit der Schule (10 von 18), insbesondere mit dem Fach Englisch. Ich habe ihr klar gemacht, dass sie Englisch lernen muss, wenn sie mit mir sprechen möchte. Das hat ihr eingeleuchtet. Für den Englischunterricht werden wir ihr ein Wörterbuch kaufen und sie hat versprochen, mehr zu lernen. Hier ist natürlich auch Mutter Abebech gefragt. In jedem Fall besucht Hermela ab Oktober ein Schultutorium.
Ich erfahre soeben von Yared, dass Hermela wieder Probleme mit der Verdauung hat. Sie wird mit ihrer Mutter zum Arzt gehen.

5. Familie Mengiste (4; Mutter Belaynesh, Tochter Kalkidan, Schwester Yalemwork und Nichte Haregeweyn)
Belaynesh arbeitet als Putzfrau im Taituhotel für 150 Birr monatlich. Ihre Schwester Yalemwork (geb. 1995) kam vor 3 Jahren aus der Provinz zu ihrer Schwester in die Stadt und war zunächst völlig verschüchtert. Sie hat sich toll entwickelt und geht in die siebte Klasse, wo sie zunächst einen guten Platz im Mittelfeld einnahm. Mittlerweile ist sie auf Rang 22 von 64. Kalkidan (09.06.2006), die Tochter von Belaynesh ist sehr aufgeweckt und sie geht in den Kindergarten (grade 2). Mittlerweile hat die Familie ein weiteres Mitglied. Haregeweyn ist die Tochter des Bruders von Belaynesh; die Familie lebte in Gojjam nahe Bahar Dar, ca. 500 km nordwestlich von Addis Abeba. Beide Elternteile verstarben letztes Jahr und das einzige Kind kam so im September 2011 zu ihrer Tante Belaynesh. Sie ist 2001 geboren und ging bis zum Tod ihrer Eltern in die erste Klasse. Sie ist etwas unterernährt, erholt sich aber langsam. Ich habe sie sofort in mein Herz geschlossen und Mesfen gebeten, ihre gesundheitliche Verfassung regelmäßig zu prüfen. Wir übernehmen Haregeweyn mit sofortiger Wirkung in die Förderung und sie geht auch wieder zur Schule.
Besuch Dezember 2012/Januar 2013: Bei meinem Besuch am 30.12.12 konnte ich mich persönlich vom guten Zustand von Haregweyn überzeugen. Sie hat sich gut entwickelt und ist sehr offen (siehe Video: Mengiste Familie_05_Haregweyn und Kalkidan singen das ABC Lied). Die beiden anderen Kinder Kalkidan und Yalemwork entwickeln sich auch sehr gut.
Besuch September/Oktober 2013: Allen scheint es sehr gut zu gehen (s. auch Photos und Video auf unserer homepage). Während Kalkidans Zeugnis sicher verbesserungswürdig erscheint, ist das Zeugnis von Yalemwork (Rang 22 von 64) und Haregweyn sehr erfreulich (Rang 3 von insgesamt 52 SchülerInnen). Leider habe ich Yalemwork (versetzt in die 8. Klasse) nicht angetroffen. Nach intensivem Nachfragen – bestätigt durch die Nachbarin (Lakech Amenu, # 6) – kam heraus, dass Yalemwork sich der Kontrolle ihrer älteren Schwester Belaynesh entzogen hat und nicht mehr zur Schule gehen wollte. Schließlich ist sie abends nicht mehr nach Hause gekommen und ist am Ende blindlings einem Mann auf das Land gefolgt. Das ist für uns ein Rückschlag, aber Jugendliche in diesem kritischen Alter sind manchmal unberechenbar.

6. Familie Amenu (3; Großmutter Lakech, Enkel Tsewon und Mariamawit)
Die Großmutter (geb. 1933) hat die beiden Enkel bei sich aufgenommen, nachdem sowohl die Mutter als auch der Vater Wondwossen verschwunden sind. Es ist rührend und bewundernswert, wie die alte Frau Lakech für ihre Enkelkinder sorgt. Dank unserer Unterstützung geht Tsewon (17, w) in Klasse 6, Mariamawit (7, w) in die 3. Klasse.
Mariamawit ist die viertbeste Schülerin von insgesamt 53; eine tolle Leistung. Stolz hat mit Mariamawit ihre Schülerlotsenmütze gezeigt (s. Photos Homepage).
Mit Tsewon hat die Großmutter Lakech leider Probleme. Sie hat mehrfach die Schule geschwänzt. Ich habe ein sehr ernstes Wort mit ihr gesprochen und ihr die Konsequenzen erläutert, sollte sie ab jetzt nicht regelmäßig zur Schule gehen. Sie hat es mir dann schließlich unter Tränen versprochen. Wir werden das kontrollieren und an der Schule nachfragen.
Besuch Dezember 2012/Januar 2013: Mariamawit hat ein gutes Zeugnis bekommen (Rang 17 von 50) obwohl sie gegenüber dem letzten Jahr etwas abgefallen ist. Sie und Ihre Großmutter sind wohlauf. Leider hat sich unser Vertrauen in Tsewon nicht ausgezahlt. Obwohl sie uns hoch und heilig versprochen hat, regelmäßig zur Schule zu gehen, ist sie den Verlockungen des (aus ihrer Sicht) unbeschwerten Lebens auf der Straße ohne jegliche Verpflichtungen erlegen. Es ist traurig und für uns ein Rückschlag. Sie kommt nicht mehr nach Hause. Mariamavit wird ab jetzt das Schultutorium besuchen. Großmutter Lakech kann kaum noch sehen und wir möchten ihr eine neue Brille kaufen.
Besuch September/Oktober 2013:
Hier konnte ich feststellen, dass es Undichtigkeiten am Dach gibt und das Hab und Gut nass wird. Unter diesen Umständen kann Tochter Mariamawit natürlich nicht gut für die Schule arbeiten. Großmutter Lakech hat bereits Preise für die Reparatur eingeholt, die sich um die 500 Birr bewegen wird. Jetzt muss sie auf die Reparaturgenehmigung des Eigentümers warten. Mariamawit konnte durchaus mit guten schulischen Leistungen überzeugen (Rang 11 von 54).

7. Familie Negussu (5; Eltern und drei Töchter Emebet, Hanna, Samrawit)
Der Vater ist blind, die Mutter leidet nach Konsultation eines Augenarztes auch an einem nicht heilbaren Augenleiden. Emebet (geb. Mai 2001) ist grade 4 und in der Schule etwas abgesackt. Emebet möchte gerne Lehrerin werden. Ich habe ihr erklärt, dass sie gute Noten braucht, um diesen Beruf zu erlernen. Die Mutter fertigt Einkaufstaschen an und erwirbt so ein bescheidenes Einkommen (monatlich ca. 160 Birr). Hanna (geb. 25.06.208) schielt wie die Mutter. Nach Konsultation eines Augenarztes sollte in absehbarer Zeit ein Eingriff vorgenommen werden. Mesfen hat die Angelegenheit im Blick. Mittlerweile hat Frau Negussu ihr drittes Kind bekommen; Tochter Samrawit ist jetzt 10 Monate alt und ihre Augen sind in Ordnung. Wir haben mit Familie Negussu (und auch mit anderen kinderreichen Familien) über Familienplanung gesprochen. Uns ist bewusst, dass dies ein heikles Thema ist, aber alle Familien (mit mehreren Kindern) haben von sich aus gesagt, dass sie nun keine weiteren Kinder wünschen und entsprechend vorsorgen. Aktive Familienplanung wird von der Regierung unterstützt.
Besuch Dezember 2012/Januar 2013: Der Familie geht es insgesamt gut. Auf Anfrage erzählte mir Emebet, dass sie und ihre Schwester nachts sehr frieren. Wir haben nun eine Wolldecke gekauft. Emebet hat eine Entzündung am Kopf und unter einem Fingernagel. Sie wird einen Arzt aufsuchen.
Besuch September/Oktober 2013:
Emebet hat eine Hautinfektion (Kopfhaut, Nase, Fingernägel). Yasin hat nach Rück-sprache mit seiner Schwester (die Ärztin ist) einen Arzt empfohlen, den Emebet bereits aufgesucht hat. Die kleinere Schwester Hanna schielt stark und sie hat jetzt nach dem Besuch eines Augenarztes eine Brille bekommen. Samrawit und Hanna haben sich sehr über ein Schmusetier gefreut.

8. Familie Emebet Woldemicheal (2; Mutter und Tochter Kalkidan)
Beide leben in Nazreth, ca. 120 km von Addis entfernt. Die Mutter ist HIV positiv aber gesundheitlich stabil. Die Mutter möchte nicht nur von unserem Geld abhängig sein und möchte einen Kredit bei uns aufnehmen, um einen kleinen Marktstand zu eröffnen. Sie hilft bislang bei ihrer Nachbarin aus und hat alles über den Handel mit Hühnern gelernt. Ich stehe diesem Vorhaben positiv gegenüber, geben wir doch diesen Menschen die Chance, auf eigenen Beinen zu stehen und auch selber für ihre Kinder zu sorgen. Ferner sollten wir berücksichtigen, dass HIV positive Menschen in Äthiopien von der Gesellschaft isoliert werden und selten Beschäftigung erhalten. Da bleibt nur der Weg in die Selbständigkeit.
Kalkidan (11 Jahre alt) ist in ihrer Klasse (5) von Rang 20 von 56 SchülerInnen auf Rang 4 vorgerückt; eine tolle Leistung. Kalkidan möchte gerne Ärztin werden. Dieses Mal haben wir Kalkidan und ihre Mutter in Nazreth besucht. Sie haben sich beide unglaublich gefreut und uns mit einem traditionellen Essen (Injera mit scharfer Chilisauce) bewirtet.
Als ich mich verabschiedete, hat Kalkidan geweint. Das hat mich sehr gerührt. Am Abend hat sie mich noch einmal angerufen und gefragt, ob wir sicher in Addis angekommen sind. In der Tat ist die Frage nicht abwegig, gilt doch die Fernstrasse von Djibouti nach Addis als Todesstrecke. Ich habe dort schon mehrere furchtbare Verkehrsunfälle gesehen.
Besuch Dezember 2012/Januar 2013: Mutter und Tochter geht es sehr gut. Das Hühnergeschäft (Ankauf von Küken, Aufzucht, Verkauf der Hühner und Eier) floriert (s. Videos auf unserer homepage). Emebet versorgt mittlerweile 17 Hühner! Aus dem erzielten Profit hat sie bereits ein Schaf gekauft und weitere 20 Hühner sollen jetzt angeschafft werden. Das Konzept scheint aufzugehen und Ende 2013 beginnt Emebet mit der Rückzahlung ihres Minikredits. Allerdings engagiert sich Tochter Kalkidan wohl auch so sehr im Hühner-Business, so dass sie die Schule etwas aus den Augen verloren hat. Sie hat mir aber versprochen, nächstes Mal mindestens Rang 7 zu erreichen. Kalkidan wird auch das Schultutorium besuchen. Sie benötigt auch ein paar Schulbücher, eine Wolldecke und eine Matratze.
Besuch September/Oktober 2013:
Aus Zeitgründen konnte ich die Familie in Nazreth (ca. 120 km entfernt von Addis) dieses Mal nicht besuchen. Kalkidan hat ihr Versprechen eingehalten, sich in der Schule zu verbessern und sie ist immerhin schon auf Rang 12 (von 42) vorgerückt. Mutter Emebet zeigt sich als erfolgreiche Geschäftsfrau. Sie verfügt momentan über 25 Hühner und 2 Schafe. Kalkidan hat nun Schulbücher, eine Decke und Matratze bekommen. Außerdem besucht sie ein Tutorium.

9. Family Abebe (2, Mutter Enguday und Tochter Birhane)
Die Mutter ist blind, aber durch unsere Unterstützung nicht mehr auf Betteln angewiesen. Birhane (geb. 12.06.1998) ist 13 Jahre alt und ziemlich clever; sie gehört immer noch zu den allerbesten von 63 SchülerInnen in ihrer Klasse (grade 5). Sie hat sich sehr über die von ihrer Sponsorin gesendeten Buntstifte gefreut.
Besuch Dezember 2012/Januar 2013: Mutter und Tochter geht es gut. Ich habe Birhane ein Buch von ihrer Sponsorin mitgebracht, über das sie sich sehr gefreut hat (s. Photos auf unserer homepage). Birhane gehört immer noch zu den besten Schülerinnen ihrer Klasse und sie wäre auch eine Kandidatin für Akaki. Durch das Schultutorium wird Birhane ihre schulischen Leistungen wohl weiter verbessern. Allerdings ist ihre Mutter blind und möglicherweise von Birhane abhängig. Trotzdem wollen wir diese wichtige Angelegenheit mit Birhane und der Mutter in Ruhe und ohne Druck besprechen.
Besuch September/Oktober 2013:
Birhane hat ein Problem mit ihrer Haut und sich eine Verletzung im Gesicht zugezogen. Aus diesem Grund konnte sie eine zeitlang nicht zur Schule gehen und das Zeugnis ist dementsprechend etwas schwächer als letztes Mal. Nach entsprechender medizinischer Behandlung sollte es mit Birhane wieder aufwärts gehen. Ein Gespräch mit der Lehrerein bestätigte diesen positiven Trend.

10. Bizunesh Fentahun
Bizunesh ist 22 Jahre alt, hat bis vor drei Jahren noch auf dem Lande gelebt (bis ihre Eltern verstorben sind) und sie hat die 10. Klasse erfolgreich absolviert. Sie leidet an Epilepsie und verletzt sich bei den Anfällen regelmäßig. Sie liest gerne in der Bibel. Derzeit besucht sie eine Näh-Fachschule. Bizunesh ist mit Duke verheiratet.
Besuch Dezember 2012/Januar 2013: Ihre Epilepsie ähnlichen Anfälle haben nach Konsultation eines Spezialisten in Addis deutlich abgenommen. Unglücklicherweise ist ihre Behausung undicht, so dass es zur Regenzeit immer wieder zu Wassereinbrüchen in ihre kleine Hütte kommt. Sie ist weiterhin in einer praktischen Ausbildung zur Näherin am Sebat Sewing und Embroidery Training Institute.
Besuch September/Oktober 2013:
Bizunesh besucht immer noch erfolgreich eine Nähschule (Sebat Sewing und Embroidery Training Institute). Die Ausbildung wird sie Ende 2014 beenden.

11. Gezachew Degefu
Gezachew (geb. 08.10.1992) wird 20 Jahre alt. Er gehörte zu den besten Absolventen des landesweiten Abiturs, das er am Internat (Adventist-Akaki-Schule) absolviert hat. Somit kann er eine staatliche Universität besuchen. Er wurde dem Fachbereich Ingenieurwissenschaften der Universität von Mekelle (800 km nördlich von Addis) zugewiesen und hat sein Studium im Wintersemester 2011/2012 aufgenommen. Die Berufsaussichten sind gut, da Ingenieure in Äthiopien dringend gebraucht werden. Wir hatten es nicht immer einfach mit Gezachew. (Ich habe ihn vor sechs Jahren von der „Strasse“ geholt). Es ist das Verdienst vom Mesfen, der ihm durch sein konsequentes Verhalten aber auch durch viel Verständnis soziale Kompetenzen vermittelt hat. Gezachew spielt gerne Volleyball und er liebt romantische Romane.
Besuch Dezember 2012/Januar 2013: Gezachew studiert in Mekelle, ca 800 km nördlich von Addis. Ich habe mehrfach von Addis aus mit ihm telefoniert. Er spricht mittlerweile gutes Englisch und er geht in seinem Studium auf. Wenn ich mich noch daran erinnere, wie ich ihn zum ersten Mal gesehen habe (er schlief als Straßenkind in einer Holzkiste) hat er demgegenüber eine enorme persönliche Entwicklung erfahren. Ich bin mir sicher, dass Gezachew seinen Weg machen wird.
Besuch September/Oktober 2013:
Leider konnte ich auch dieses Mal Gezachew nicht in Mekelle besuchen, das über 1000 km nördlich von Addis liegt. In den Semesterferien kommt er nach Addis und er besucht dann auch seine Familie auf dem Lande. In Addis wird er dann von Yared mit neuer Kleidung versorgt. Gezachew kommt gut mit seinem Ingenieursstudium zurecht. Er fragt jetzt vorsichtig nach einem Laptop, das ein Student der Ingenieurwissenschaften sicherlich benötigt.

12. Genet Asnake (CPU College)
Genet (geb. 17.09.1992) absolvierte wie Gezachew das nationale Abschlussexamen, allerdings an der Esperanza Schule in Akaki. Nach erster Berechnung gehörte sie auch zu den besten Absolventen landesweit und sie hätte eine staatliche Universität besuchen können. Dann hat das Ministerium aber die Messlatte nachträglich höher gelegt und Genet ist dann knapp gescheitert. Sie hat sich dann für ein „Accounting“ Studium am CPU College in Addis entschieden. Dieser Studiengang ist betriebswirtschaftlich ausgelegt und hat einen Schwerpunkt im Bereich Rechnungs-wesen und Buchhaltung. Wie ich mich persönlich vor Ort überzeugen konnte, lebt Genet zurzeit im Hause eines Freundes ihres Vaters in Addis. Unglücklicherweise hat der aber gerade seine Arbeit verloren. Genet lebt zusammen mit den fünf Kindern der befreundeten Familie in einem Zimmer; das andere Zimmer wird von den Eltern der fünf Kinder bewohnt. Genet klagt, dass sie wegen der Unruhe und des Lärms (5 andere Kinder belegen mit ihr das Zimmer) nicht richtig lernen kann. Die Eltern der befreundeten Familie haben mir auch zu verstehen gegeben, dass sie wegen der Arbeitslosigkeit des Mannes Genet nicht viel länger Wohnraum anbieten können. Wir haben Genet geraten, zusammen mit einer Studienfreundin ein Zimmer zu teilen. Sie freut sich sehr über diese Aussicht, ein neues, ruhiges Zimmer beziehen zu können.
Besuch Dezember 2012/Januar 2013: Genet teilt sich ein kleines erschwingliches Zimmer am Stadtrand von Addis mit einer Kommilitonin, die auch am CPU College studiert. Ich habe sie dort besucht (s. Video auf unserer homepage). Genet beklagte auf Anfrage – wie fast alle anderen Familien auch – die große Kälte in der Nacht, die einen erholsamen Schlaf unmöglich macht. Da Genet bislang auch keine warme Unterlage besaß, haben wir eine Wolldecke und Matratze gekauft. Pro Monat fallen alleine 300 Birr für den Bustransport vom und zum College an. Da Genet nur einen Satz Kleidung besitzt, haben wir einen angemessenen Betrag für Kleidung zur Verfügung gestellt und zwei Fachbücher angeschafft. Genet hat eine stark geschwollene Schilddrüse, die sie nun zeitnah bei einem guten Arzt (Kontakt über Yasins Schwester) untersuchen lässt.
Besuch September/Oktober 2013:
Genet geht es soweit gut. Leider hat Genet bis dato keine Matratze und Decke von Mesfen erhalten. Wir haben dies jetzt sofort nachgeholt. Zur Verbesserung ihrer Englischkenntnisse möchte sie in den nächsten großen Ferien eine English-summer-school besuchen. Dem habe ich gerne zugestimmt, denn englische Sprach-kenntnisse sind bei der späteren Suche nach einem guten Job einfach wichtig. Genet kommt in ihrem accounting Studiengang vorschriftsmäßig voran.

13. Kidist Desalegne
Kidist (geb. 12.06.1993) geht in die 11. Klasse der Adventist-Akaki-Schule (Internat). Kidist möchte später gerne Krankenschwester werden. Sie steht momentan vor wichtigen Klausuren. Sie möchte in den Sommerferien freiwillig einen Englisch-Sprachkurs besuchen, um ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. Ein solches freiwilliges Engagement sollten wir fördern.
Besuch Dezember 2012/Januar 2013: Kidist ist zwar immer noch sehr schüchtern, hat sich aber sehr gut entwickelt. Auf ihrem Zeugnis zu grade 11 hat sie einen Notenschnitt von 3.6 (4.0 ist die Bestnote). Im nächsten Schuljahr wird sich entscheiden, ob sie auf die Universität gehen kann. Ich bin hier sehr zuversichtlich. Um dieses Ziel auch sicher zu erreichen, haben wir für Kidist Fachbücher, einen wissenschaftlichen Taschenrechner und anderes Schulmaterial gekauft. Da offenbar in der Akaki- und Esperanza Schule gestohlen wird (Aussage der zuständigen Lehrer), haben wir Kidist einerseits die gestohlenen Sachen (Decke, Schuhe) ersetzt und andererseits wird sie einen verschließbaren Spind erhalten. Weiterhin benötigte sie Sportkleidung für den Sportunterricht und einen Satz „Zivilkleidung“. In den kommenden Sommerferien wird sie definitiv einen freiwilligen Englischsprachkurs belegen. Kidist hat als Kind schwere Verbrennungen am ganzen Körper erfahren und benötigt eine Spezialsalbe, die ein Arzt verschreiben wird.
Besuch September/Oktober 2013:
Kidist geht es gut. Sie ist sehr fleißig und weiterhin auf Universitätskurs (score 67/100). Wir unterstützen ihren Eifer und beschaffen wichtige Lehrbücher (Chemie, Biologie, Mathematik, Physik).

14. Tirunesh Getahun
Tirunesh ist 1994 geboren, geht in die 8. Klasse der Esperanza Schule (Internat) in Akaki. Sie war zuvor auf der Adventist-Akaki-Schule, ist aber dort nicht so gut zurecht gekommen. Wegen des Klausurstresses, aber auch wegen einer langjährigen Krankheit ihrer Mutter leidet sie selber an einer chronischen Gastritis. Sie ist jetzt in medizinischer Behandlung. Da offensichtlich das Befinden ihrer Mutter auch einen Einfluss auf ihren Gesundheitszustand hat, haben wir die Mutter gebeten, einen Arzt in ihrem Heimatort aufzusuchen. Die Familie (insgesamt 6 Kinder) lebt auf dem Lande in Wollega. Sie liest gerne Romane und möchte ebenso wir Kidist Krankenschwester werden.
Besuch Dezember 2012/Januar 2013: Tirunesh ist immer noch eine sehr in sich gekehrte Jugendliche, die sich meist abseits aufhält. Nach Gesprächen mit der Vertrauenslehrerin und dem Klassenlehrer haben wir beschlossen, dass sie das Schultutorium besuchen wird. Sobald sie unter Stress gerät, meldet sich die Gastritis wieder. Dies beeinträchtigt natürlich ihre Leistungsfähigkeit. Wir werden mit der Vertrauenslehrerin und dem Klassenlehrer in Kontakt bleiben. Tirunesh benötigt ebenfalls Sportzeug, Kleidung und eine Decke.
Besuch September/Oktober 2013:
Tirunesh hat wichtige Literatur (Fachbücher, Englischlexikon) bekommen und im Sommer eine English summer school besucht. Tirunesh geht es nun in jeder Beziehung besser, auch ist eine Leistungssteigerung in der Schule zu erkennen. Sie hat ein Wörterbuch und weitere Schulbücher bekommen.

15. Familie Yohannes (3; Mutter Meseret und die Söhne Kidus und Eyob)
Meseret arbeit in der Wäscherei des Taitu Hotels und verdient monatlich 180 Birr.
Ohne unsere Unterstützung reichte das weder zum Leben noch zum Schulbesuch der Kinder. Aber sie setzt ein Zeichen für ihre Kinder, dass sie auch etwas Geld verdient. Meseret hat offenbar ein Problem mit der Schilddrüse, soweit ich das beurteilen kann. Sie wird das von einem Arzt klären lassen. Kidus (7 Jahre alt) und Eyob (11) entwickeln sich prächtig. Das Zeugnis von Kidus könnte aber besser sein. Da die Mutter tagsüber arbeitet, büchst er häufig aus und verbringt den Nachmittag mit Fußballspielen. Eyob ist ernster und nicht so verspielt wie sein Bruder Kidus und er malt und zeichnet sehr gerne. Beide haben aber das Herz auf dem rechten Fleck.
Besuch Dezember 2012/Januar 2013: Der Familie geht es gut (s. Videos und Photos auf unsere homepage). Allerdings könnte das Zeugnis der Kinder besser sein. Da Meseret ganztägig arbeitet, wird hier das Schultutorium einen positiven Einfluss auf Eyob und Kidus haben. Beide Kinder benötigten Kleidung und eine Schuluniform.
Besuch September/Oktober 2013:
Diese beiden Burschen Kidus und Eyob haben es in sich; nichts lieben sie mehr als Fußball und draußen herumzutollen. Dennoch sollten sich diese beiden liebens-würdigen Burschen etwas mehr auf die Schule konzentrieren und ich bin diesbezüglich auch etwas böse geworden. Leider hat Mesfen es nicht geschafft, die beiden bei einem Tutorium anzumelden. Das holen wir jetzt schnellstens nach.
Mutter Meseret hat offenbar ein ernstes Problem mit der Schilddrüse. Sie hat zunächst Medikamente bekommen und sollte sich bald einer kleineren Operation unterziehen. Wir bleiben hier am Ball.

17. Famile Erku (2, Mutter Serkalem und Tochter Habil)
Serkalem ist HIV positiv, aber sie hat sich gesundheitlich gefangen, sodass sie wieder 200 Birr monatlich als Reinigungskraft verdient. Habil ist 16 Jahre alt und
geht in die 8. Klasse, wo sie die zwanzigbeste von 83 MitschülerInnen ist. Habil möchte später gerne Architektur studieren oder in einer Bank arbeiten.
Besuch Dezember 2012/Januar 2013: Mit einem Notendurchschnitt von 2,5 sind ihre Leistungen ganz ordentlich. Sie benötigt aber in den zukünftigen Zeugnissen einen Notenschnitt von 2.8 – 3.0 (4.0 ist die Bestnote). Habil wird nun auch das Tutorium an der Schule besuchen, um den geforderten Notendurchschnitt zu erreichen, der zum Besuch der Universität berechtigt. Wir haben auch Fachbücher für Mathematik, Biologie und Chemie gekauft.
Besuch September/Oktober 2013:
Mutter Serkalem (HIV positiv) geht es leider immer wieder schlecht und sie kann nicht arbeiten. Das bedeutet für Habil, dass sie in dieser Zeit den Haushalt übernehmen muss und sich dann konsequenterweise nicht ausreichend mit Hausaufgaben etc. befassen kann. Da aber dieses Schuljahr (National Examination) für Habils Zukunft entscheidend ist (hier wird festgelegt, wer weiter in Richtung Universität geht), fördern wir die Familie mit zusätzlich 300 Birr für eine Haushalts-hilfe. Beide benötigen warme Kleidung und Regenschutz.

18. Familie Aregawi (2, Mutter Mehret und Tochter Bezawit)
[Im Video 2011/2012 irrtümlich als Familie Gebreselassie bezeichnet] Mehret produziert Korbwaren und verdient durch den Verkauf monatlich ca. 150 Birr. Sie argumentiert, wenn sie kochen lernen würde, könnte sie gut eine Stelle in einem Hotel bekommen. Das würde ein deutlich besseres Einkommen bedeuten und wir könnten unsere Förderung entsprechend reduzieren. Dies wäre auch ein Beispiel für Hilfe zur Selbsthilfe. Ihre kleine Tochter heißt Bezawit (geb. 07.12.2002) und sie geht in die zweite Klasse. Ihre Leistungen sind gut; Sie hat Rang 19 von 67 SchülerInnen inne. Bezawit hat aber – wie so viele andere auch – ein Problem mit den Augen. Sie wird derzeit von einem Augenarzt betreut und hat eine Brille bekommen. Seitdem hat sie keine Probleme mehr.
Besuch Dezember 2012/Januar 2013: Mehret hat vor 5 Monaten eine Ausbildung zur Köchin angetreten. Diese Ausbildung dauert noch ein Jahr (s. Photos auf unserer homepage). Unserer Meinung nach eine sehr gute Wahl, denn in Addis werden zahllose Hotels gebaut, die gut ausgebildetes Küchenpersonal benötigen. Auch haben wir einen Kontaktmann (Bekelle) im Hilton, neben dem Sheraton das führende Hotel in Addis. Tochte Bezawit geht es sehr gut. Mit ihrer Brille hat sie auch langfristig gesehen keine Augenprobleme mehr. An Bezawits Schule wird leider kein Tutorium angeboten, so dass wir uns hier für eine private Lösung entschieden haben. Hier kommt ein Lehrer täglich für eine Stunde zu Bezawit nach Hause.
Besuch September/Oktober 2013:
Mit der neuen Brille geht es Bezawit sehr gut (siehe Photo) Allerdings hat sie ein Problem an ihrer Schule. Die Mutter bestätigt, dass sie sehr fleißig lernt, aber bei den Klausuren ihr Wissen nicht abrufen kann. Sie fühlt sich von den Lehrern an der jetzigen Schule stark unter Druck gesetzt und sie entwickelt Ängste, unter diesem Druck Fehler zu machen. Das Ergebnis ist eine Blockade. Wir haben Bezawit jetzt auf einer nahe gelegenen Privatschule angemeldet, wo weniger SchülerInnen auf einen Lehrer kommen (Schulgebühren 4800 Birr pro Jahr). Mutter Mehret hat ihren Koch- und Gastronomieservicekurs erfolgreich abgeschlossen und hofft nun, einen qualifizierten Job zu finden.

19. Mawcha Gebrekidan
Mawcha ist 21 Jahre alt und sie hat gerade ein 12-monatiges Catering Training absolviert. Wenn sie eine Stelle findet, möchte sie im Hotelgewerbe arbeiten. Sie will unbedingt arbeiten und ihr eigenes Geld verdienen. Ich hoffe, dass wir sie unterbringen können. Allerdings ist sie nun hochschwanger (ein „Unfall“, sagt sie), was die Dinge nicht leichter macht. Zumindest steht der Vater des Kindes zu ihr und trägt 300 Birr zur Haushaltskasse bei.
Besuch Dezember 2012/Januar 2013: Mawcha hat mittlerweile einen Sohn bekommen (Kalab, geb. 06.12.2011). Yasin und auch Bekelle versuchen eine Stelle für Mawcha in einem Hotel zu finden. Allerdings muss das Gehalt über 500 Birr liegen, denn ansonsten fressen alleine die Bustransportkosten das Gehalt vollständig auf. Aber im Hilton Hotel kann sie mit Trinkgeld möglicherweise auf 1000 Birr kommen.
Ihr Mann hat sein Studium (orthodoxe Theologie) beendet und er hospitiert momentan unentgeltlich in einer Kirche. In gut einem Jahr soll er dann als Priester in den Kirchendienst übernommen werden und spätestens dann endet unsere Förderung.
Besuch September/Oktober 2013:
Mawcha hat Yared bei einem nicht angekündigten Besuch vor kurzem mitgeteilt, dass ihr Ehemann vorübergehend eine Stelle als Lastkraftfahrer angenommen hat und monatlich 2000 Birr verdient. Ich halte die Ehrlichkeit von Mawcha in Ehren, aber momentan braucht diese Familie unsere Unterstützung nicht.

20. Familie Fekadu (5; Vater Fekadu, Mutter Melesu, Töchter Lilena und Maklit sowie ein männliches Baby)
Lilena (12, grade 6) und Maklit (8, grade 3) möchten beide Ingenieur werden. Die Zeugnisse sind vielversprechend: Lilenas Zeugnis ist gut und sie ist auf Rang 13 von 45 MitschülerInnen, Maklits Zeugnis ist ebenfalls gut Rang 11 von 47).
Der Vater war in einen tödlichen Verkehrsunfall verwickelt und steht deshalb vor Gericht. Er musste für die Dauer des Gerichtsprozesses für ca. ein Jahr ins Gefängnis und die Familie hatte kein Einkommen mehr. Jetzt hat sich vor Gericht herausgestellt, dass er unschuldig ist. Was für ein ungerechtes System. Wichtig ist, dass er nun wieder als Fahrer arbeiten kann.
Besuch Dezember 2012/Januar 2013: Vater Fekadu arbeitet wieder als Fahrer und war auch während meines Besuchs unterwegs. Das Gerichtsverfahren ist immer noch nicht abgeschlossen. Die Familie hat im Juni 2012 Nachwuchs bekommen, ein kleiner Junge, für den noch kein Name gefunden wurde. Mutter Melesu hat mir von sich aus gesagt, dass die Familie nun komplett sei und keine weiteren Kinder dazu kommen. Ausnahmsweise gibt es an der Schule von Maklit und Lilena kein Tutorium. Wir testen hier ein privates Tutorium und schauen uns in einem Jahr das Ergebnis an.
Besuch September/Oktober 2013:
Der Nachwuchs (Junge) heißt Ebenezer. Alle sind wohlauf, Vater Fekadu war wieder als Fahrer unterwegs. Das private Tutorium hat positive Wirkungen gezeigt. Beide Kinder benötigen moderne Fachbücher und sie fragten nach einem Computer, der sicherlich für eine moderne Ausbildung wichtig ist. Die Mädchen besuchen beide weiter das Tutorium, aber wir erwarten auch eine Leistungssteigerung.

21. Biruktawit Behailu (3, Großeltern und Nichte Biruktawit)
Biruktawit (geb. 08.11.1994) lebt bei ihren Großeltern in Addis. Der Vater ist verschwunden, die Mutter ist seit 2005 tot. Die Großmutter verkauft etwas Gemüse, der Großvater ist Wachmann. Gemeinsam tragen sie 400 Birr monatlich bei. Biruktawit möchte gerne die Highschool abschließen und Betriebswirtschaft / Volkswirtschaft studieren. Sie hat die 11. Klasse absolviert (13. Rang von 44) und besucht nun die Abschlussklasse. Nach dem landesweiten Abschlussexamen kann sie – gute Leistungen vorausgesetzt – die Universität besuchen.
Besuch Dezember 2012/Januar 2013: Biruktawit studiert an der Universität von Gonder Ingenieurswissenschaften. Eine Spezialisierung steht später an. Sie hat sich nach einigen anfänglichen Schwierigkeiten nun gut in der fremden Stadt eingelebt und das Studium gefällt ihr gut. Sie benötigt Kleidung und Fachliteratur. Auch sollte sie – wie alle Universitäts- und Collegestudierende – ein Laptop bekommen.
Besuch September/Oktober 2013:
Bei Biruktawit läuft es sehr gut (Semesterabschlussnote 3.3 von 4. Den nächsten verfügbaren Laptop sollte Biruktawit bekommen. Sie ist sehr bescheiden und sie hat es auch verdient.

22. Familie Ademe (6, Eltern, Söhne Subalew, Sohn Belay; Töchter Almaz, Yeshalem)
Der Vater ist blind, die Mutter erzielt ein geringes Einkommen durch den Verkauf von Gemüse. Subalew (m, geb. 01.06.1995, grade 6) hat vorübergehend das Elternhaus verlassen, um als Tagelöhner ein paar Birr täglich zu verdienen. Dennoch geht er abends zur Schule. Mesfen hat ihn überzeugt, dass er durch den Besuch der Schule seine Chancen auf einen anerkannten Beruf verbessert. Almaz (w, 25.12.2000, grade 4) musste früher ihren Vater zum Betteln führen und sie kann sich nun ganz auf den Unterricht konzentrieren. Ihr Zeugnis könnte aber besser sein (Rang 29 von 50) und wir haben sie ermuntert, sich auf die Schule zu konzentrieren. Yeshalem (w, 21.12.1998) und ihr kleiner Bruder Belay (geb. 02.11.2006) sind auch sehr glücklich, dass sie die Schule / Vorschule besuchen dürfen. Allerdings sind auch ihre Leistungen verbesserungswürdig. Eine mögliche Ursache könnte darin zu suchen sein, dass die Eltern dieser Familie (wie auch die meisten Eltern der von uns geförderten Kinder) Analphabeten sind und Ihre Kinder überhaupt nicht in schulischen Angelegenheiten anleiten können. Diesbezüglich möchte ich vorschlagen, dass ältere, von uns geförderte SchülerInnen oder Studentinnen hier eine Betreuungsfunktion übernehmen. Dieses solidarische Verhalten stimmt mit den Grundgedanken unseres Vereins überein.
Besuch Dezember 2012/Januar 2013: Almaz war immer wieder krank und dies erklärt auch das eher schwache Zeugnis (Rang 31 von 55). Der Vater erklärte uns, dass Almaz in der Schule plötzlich das Bewusstsein verliert und umfällt. Yasins Schwester wird uns einen geeigneten Arzt empfehlen, der Almaz untersuchen wird. Erfreulicherweise ist das Zeugnis von Yeshalem besser als im letzten Jahr ausgefallen. Auf jeden Fall sollen beide das Schultutorium besuchen.
Besuch September/Oktober 2013:
Offenbar fühlt sich Almaz gesundheitlich besser und das spiegelt sich auch im besseren Zeugnis wider. Das Zeugnis von Yeshalem ist in Ordnung. Beide möchten unbedingt ein Tutorium besuchen und wir werden das auch realisieren.

23. Woynhareg Debalk
ist 21 Jahre alt. Sie hat früher im Taitu-Hotel für 250 Birr monatlich gearbeitet. Sie hat nun einen Job in einem anderen Hotel gefunden und verdient nun 400 Birr. Hier hat ihr ein Englischsprachkurs nach Feierabend geholfen, den wir finanziert haben.
Woynhareg macht zurzeit eine Art Fernstudium nach ihrer Arbeit und möchte das Abitur nachholen.
Besuch Dezember 2012/Januar 2013: Hareg arbeitet zurzeit im Churchill Hotel. Parallel hat sie in einem Fernstudium (Alfa Distance Education) grade 10 nachgeholt und vor allem ihre Englischkenntnisse verbessert, die für die Arbeit in internationalen Hotels wichtig sind. Ab Oktober 2012 qualifiziert sie sich parallel zu ihrer Arbeit gezielt weiter und sie besucht das Royal College mit dem Schwerpunkt accounting (Buchhaltung).
Besuch September/Oktober 2013:
Weynhareg arbeitet zurzeit im Monaco Hotel bei einem Gehalt von 400 Birr. Sie ist von ihrem alten Arbeitgeber (Churchill Hotel) gekündigt worden, da sie eine Woche krankheitsbedingt entschuldigt nicht arbeiten konnte. Was für ein rückständiges System – wer krank wird, fliegt raus. Parallel zu ihrer Arbeit besucht sie abends am Royal College das Fach Accounting (Buchhaltung).

24. Yared Demilew
Yared (22) hat erfolgreich an der Universität von Bahar Dar Journalismus und Kommunikation studiert (Abschlussnote 2.3). Zusätzlich hat er eine praktische Ausbildung als Klempner absolviert. Jetzt hoffen wir, dass er eine gute Stelle bei einer Zeitung, Rundfunk oder beim Fernsehen bekommt. Er würde aber auch als Klempner arbeiten.
Besuch Dezember 2012/Januar 2013: Seit einem Jahr nun sucht Yared nach einem Job als Journalist oder Klempner. Ich habe in Addis diesbezüglich mit Yasin gesprochen. Er wird einen Freund beim Fernsehen kontaktieren. Dies ist die erste Priorität. Sollte es hier nicht klappen, wird Yasin Freunde im Baugewerbe ansprechen, um eine Anstellung als Klempner zu bewirken.
Besuch September/Oktober 2013:
Ab September führt Yared die Arbeit von Mesfen weiter. Nachdem wir trotz intensiver Suche für Yared keinen Job im Bereich Journalismus gefunden haben (Äthiopien hat de facto keine freie Presse und deswegen sind die Arbeitsmöglichkeiten beschränkt), hat er sich nun für einen sehr angewandten Studiengang (Rural Development = Ländliche Entwicklung) eingeschrieben. Gerade die Weiterentwicklung der Infrastruktur in den Agraregionen des Landes ist lebenswichtig für einen modernen Staat. Auch sind diesbezüglich viele NGOs eingebunden, die später als Arbeitgeber in Frage kommen.

25. Familie Derebe (2, Mutter Zenash und Tochter Mehret)
Mesfen hat Mutter Zenash (geb. 25.07.1982) mit ihrem Kind (geb. 10.11.2007) in einer verzweifelten Lage angetroffen. Beide lebten unter einer Plastikplane im Dreck am Straßenrand. Zenash ist HIV positiv, aber Mehret Gott sei Dank nicht. Der Vater hat Mutter und Kind vor zwei Jahren verlassen. Mittlerweile haben sie ein schützendes Dach über dem Kopf und die Mutter wird medizinisch versorgt. Wir haben beide schwer erkältet angetroffen, denn die Nächte sind in Addis auf ca. 2200 m Höhe sehr kalt. Aus meinem mitgebrachten Fundus haben wir Mutter und Kind sofort mit warmer Kleidung versorgt. Am Tag darauf wurde eine große Wolldecke beschafft. Die Mutter hat die Schule nach der vierten Klasse verlassen müssen. Mehret hat nun eine echte Chance. Wir haben Zenash vor einigen Monaten einen kleinen Verkaufstisch und Gemüse finanziert. Damit hat sie sehr geschickt ein kleines Geschäft aufgebaut und kann nun mit ihren eigenen Händen auch einen Teil zur Versorgung ihrer Tochter beitragen. Mittlerweile verkauft sie Holzkohle, getrockneten Kuhdung (als Brennstoff), Tomaten, Chili und Zwiebeln.
Besuch Dezember 2012/Januar 2013: Seit dem Tod des Premierministers Menes reagiert die Polizei aktiv auf nicht angemeldete Verkaufsstände Somit ist der kleine Gemüseverkaufsstand von Zenash auch betroffen, denn eine Lizenz ist sehr teuer und lohnt sich erst bei größeren Umsetzten. Sie wartet jetzt ab, bis sich die Lage einigermaßen beruhigt und nimmt dann den Straßenverkauf wieder auf. Alternativ verkauft sie von ihrer Wohnung aus Holzkohle an die Nachbarn. Der Verkaufserlös ist allerdings deutlich geringer. Tochter Mehret geht es gut und beide frieren nachts nicht mehr, seitdem sie eine Wolldecke haben.
Besuch September/Oktober 2013:
Mutter und Tochter sind wohlauf. Mehret hat eine kleinere Entzündung am Ohr, der wir medizinisch nachgehen werden. Mehret geht in die dritte Kindergartenklasse und macht sich dort gut. Mutter Zenash hat den Straßenverkauf wieder aufgenommen und verdient monatlich ca. 200 Birr. Aktuell hat Tochter Mehret ein Magenproblem. Yared kümmert sich darum.

27. Mesfen Demilew Betewa (genannt Duke)
Duke ist zur Zeit in Osnabrück und er studiert hier an der FH International Business and Management. Ich hatte schon berichtet, dass Duke nach dem Besuch seiner kranken Frau in Addis sein Studium nach dreimonatiger Unterbrechung an der FH Osnabrück zum September 2011 wieder aufgenommen hat.
Duke steht in fast täglichem Kontakt mit Mesfen in Addis und betreut von Deutschland aus unsere Projekte in Äthiopien. Wer möchte, kann jederzeit mit Duke Kontakt aufnehmen (mesfingesu@gmail.com; Tel. 017671943954).
Duke studiert mit einem DAAD Sandwich Stipendium: 25% (=125€) zahlen wir, den gleichen Betrag der Bernward Clasen Verein und 50% der DAAD. Duke lebt im Studentenwohnheim am Jahnplatz und er fühlt sich sehr wohl in Deutschland.
Nach letzten Informationen liegt Duke mit seinen Leistungsnachweisen einigermaßen im Plan.

28. Familie Mesfen (2; Vater Mesfen und Sohn Adonay)
Mesfen (unser Vertrauensmann in Addis) war verheiratet und hat einen Sohn (Adonay, 4 Jahre alt). Die Mutter kümmert sich leider nicht ausreichend um das Kind und Mesfen besorgt Lebensmittel im Rahmen seiner Möglichkeiten. Im nächsten Jahr möchte Mesfen das Kind zu sich holen. Als Ausgleich für die intensiven Tätigkeiten für unseren Verein, aber auch wegen der Bedürftigkeit, unterstützen wir Adonay und bezahlen die Gebühren für die Vorschule/Kindergarten mit dem schönen Namen Albtal-Schule.
Besuch Dezember 2012/Januar 2013: Ich habe Adonay dieses Mal aus Zeitgründen nicht sehen können, aber laut Aussage von Mesfen geht es ihm sehr gut. Yared hat sich auch noch einmal bei der Elbethel Schule konkret nach Adonay erkundigt. Er ist nun 5 Jahre alt und besucht die erste Klasse (545 Birr Schulgebühren monatlich).

31. Familie Legesse (4, Mutter Belaynesh, Söhne Mengistu, Damtew; Tochter Wudi)
Auch diese Familie kam vom Lande nach Addis, als der Vater 2002 starb. Mutter Belaynesh (geb. 16.05.75) verkauft Bohnen, die Kinder Wudi (w, 19.04.1998, grade 4; Rang 18 von 48 MitschülerInnen) und Damtew (m, 19.08.2002, grade 3; Rang 2 von 52 MitschülerInnen) mussten bis vor einem Jahr Lotterielose verkaufen. Der älteste Sohn Mengistu (19.05.1993; Analphabet) arbeitet als Lastenträger. Seit über einem Jahr können sich die Kinder auf die Schule konzentrieren und ihre Leistungen sind ansprechend und weisen nach oben.
Besuch Dezember 2012/Januar 2013: Der Familie geht es gut. Sohn Damtew, ein verflixt intelligentes Bürschchen, macht mir Sorgen. Er ist zwar immer noch der Drittbeste in der Klasse, aber seine Leistungen sind stark abgesackt. Er hat nach Aussage der Mutter nur Fußball im Kopf und die Lehrer ziehen ihm wohl regelmäßig Leistungspunkte wegen schlechten Betragens ab. Seine Betragensnote ist „C“, fast alle anderen Kinder haben ein „A“. Damtew hat Besserung versprochen und Mesfen wird auch mit den Lehrern sprechen. Von seinem Leistungsvermögen ist Damtew ein klarer Kandidat für die Akakischule und er will auch dorthin. Die Eingangstests sind im August 2013.
Wudi zeigt ein gutes Zeugnis (Rang 17 von 51), obwohl hier sicher noch Steigerungspotential vorhanden ist.
Besuch September/Oktober 2013:
Wudi ist schulisch etwas abgefallen (Rang 22 von 32), während Damtew ein besseres Zeugnis vorweisen kann (Rang 9 von ?). Dennoch ist dies für die Akaki-Schule zu wenig. Ich habe beiden ins Gewissen geredet, aber in der Pubertät kommt guter Rat manchmal nicht an. Die Mutter Belaynesh und beide Kinder sind gesundheitlich wohlauf.

32. Familie Ayalew (4, Vater Ayalew, Tochter Zebider; Söhne Endalew, Befekadu)
Vater Ayalew ist 36 Jahre alt und blind. Seine Frau ist im Oktober 2010 verstorben und er lebte bis vor einem Jahr allein mit seinen drei Kindern in einer ärmlichen Hütte. Ayalew musste bislang mit 300 Birr monatlich auskommen, die er erbettelt hat. Seit dem Tod der Mutter konnten die Kinder nicht mehr zur Schule gehen. Ich konnte mich davon überzeugen, dass die Familie nun ein festes Dach über dem Kopf hat und die Kinder können nun wieder zur Schule gehen; Ihre Leistungen können sich durchaus schon sehen lassen.
Zebider (Tochter, 10 Jahre alt): Rang 19 von 56
Endalew (Sohn, 8): Rang 14 von 48
Befekadu (Sohn, 6): alle Fächer A = sehr gut (keine Rangfolge auf dem Zeugnis angegeben)
Dennoch mangelt es an warmer Kleidung und Decken für die Nacht. Warme Kleidung konnte ich direkt verteilen, zwei Wolldecken werden zeitnah beschafft.
Besuch Dezember 2012/Januar 2013: Auch diese Familie konnten wir nicht zu Hause besuchen wegen der Gefahr der Mieterhöhung, wenn ein Europäer dort vom Eigentümer gesehen wird (s. auch Einleitung). Zebider (5 von 25) und Befekadu (6 von 49) haben ein sehr gutes Zeugnis, während demgegenüber Endalew (24 von 44) etwas abfällt. Alle drei Kinder sollen das Schultutorium besuchen. Wir warten das nächste Zeugnis ab, ob vielleicht Zebider und Befekadu mögliche Kandidaten für die Akaki- oder Esperanza-Schule sind.
Besuch September/Oktober 2013:
Der blinde Vater hat wieder geheiratet und seine neue Frau (Wubanch, geb. 1983) macht nun den Haushalt. Die Familie hat eine neue Unterkunft bezogen, die ich „gefahrlos“ besuchen kann, ohne dass der Eigentümer aufgrund meines Erscheinens die Miete erhöht. drei Kinder können sich voll auf die Schule konzentrieren und das zeigt sich in den z.T. stark verbesserten Leistungen.
Zebider: 3 von 34
Endalew: 3 von 44
Befekadu: 4 von 56
Diese Familie benötigt dringend neue Kleidung.

33. Familie Destaw (3; Mutter, Tochter Fasika und Sohn Eyob)
Die Mutter, Mamu Destaw, ist ca. 1963 geboren und kann nur noch mit Mühe an Krücken laufen. Dies ist die Konsequenz eines Unfalls als kleines Kind. Ein umstürzender Baum hat ihr die Beine gebrochen; dieser Bruch wurde aus Geldmangel nicht behandelt und die Knochen sind wohl schief zusammen gewachsen. Sie erbettelt vor einer Kirche ca. 15 Birr am Tag. Ihr Mann starb vor drei Jahren. Sohn Eyob wurde am 28.06.2007 geboren. Tochter Fasika ist 11 Jahre alt und geht in die sechste Klasse. Sie leidet an Epilepsie und kann somit nicht regelmäßig am Unterricht teilnehmen. Aus diesem Grunde gehört sie eher zu den schwächeren Schülerinnen in der Klasse. Wegen der prekären finanziellen Situation bekommen die Kinder lediglich Brot zu essen. Wegen der besonderen Schwere des Falls möchte ich diesbezüglich mit Jutta de Muynck zusammenarbeiten. Jutta habe ich in Addis kennengelernt. Sie hat das MCRC (Mother and Child Rehabilitation Centre www.mcrc-addisababa.org/) gegründet und leitet es mit großem Engagement. Jutta arbeitet mit Ärzten und Psychotherapeuten zusammen. Das können wir so nicht leisten. Zunächst ist eine medizinische Untersuchung und entsprechende Behandlung vorgesehen. Später kann die Mutter vielleicht im Rahmen des MCRC beschäftigt werden. Hier wird Kleidung genäht und allerlei kleinere Produkte hergestellt und in einem eigenen Geschäft von den Müttern verkauft.
Besuch Dezember 2012/Januar 2013: In meinen ersten Gesprächen mit Jutta konnte ich sie noch nicht überzeugen, Mamu und ihre Tochter Fasika aufzunehmen. Linda van Alphen, die mich auch mit Jutta de Muynck bekannt gemacht hat, wird diese Gespräche nun führen und auch versuchen, die Familie Alemu (43) bei MCRC zu integrieren. Sollte und dies nicht gelingen, wird Yasins Schwester uns einen guten Arzt empfehlen, der Fasika gut versorgen kann. Fasika zeigt trotz der regelmäßigen epileptischen Anfälle einen leichten Leistungsanstieg in der Schule. Sie spielt gerne und sehr erfolgreich Volleyball und sie ist von der Stadt Addis und der Regierung für ihre besonderen Leistungen ausgezeichnet worden. Auch hier fehlte Kleidung und eine Wolldecke. Eyob geht es gut und er besucht seit 2012 den Kindergarten (Vorschule).
Besuch September/Oktober 2013:
Die Kapazitäten am MCRC sind leider begrenzt, so dass ich hier momentan keine Lösungsmöglichkeit sehe. Auch ist die Mutter sehr zurückhaltend, was eine medizinische Therapie angeht. Die von den Ärzten verschriebenen Epilepsie-medikamente haben angeblich sehr starke Nebenwirkungen, so dass man hier eher auf holy water (geweihtes Wasser) vertraut. Ich bin nun kein Mediziner und eine Beurteilung dieses Falles fällt mir schwer. Yasin hat uns eine gute Klinik empfohlen, aber wir können und wollen die Menschen ja nicht zwingen, dort hin zu gehen. Fassika zeigt trotzdem eine ansprechende Leistung in der Schule (27 von 41). Gerade im zweiten Schulhalbjahr ist eine deutliche Steigerung zu sehen (15 von 41), vielleicht ein gutes Zeichen für das nächste Zeugnis. Sie wünscht sich einen Volleyball, mit dem sie trainieren kann. Eyob ist nun sechs Jahre alt und sein Zeugnis weist 4 x A (sehr gut, 1 x B und 1 x C auf.

34. Familie Behailu (2; Mutter Fasika und Sohn Eremyas)
Die Mutter Fasika (geb. 1982) arbeitet als Tagelöhner und verdient ungefähr 300 Birr im Monat. Damit kann sie gerade die Miete (250 Birr) bezahlen; für Nahrung bleibt nicht viel. Deswegen kann ihr Sohn Eremyas (geb. 25.09.2006) auch nicht zur Schule gehen. Der Vater lebt nicht mehr. Die Mutter würde gerne als Näherin arbeiten.
Besuch Dezember 2012/Januar 2013: Leider lassen momentan die Augen von Fasika keine Näharbeiten zu und sie arbeitet halbtags als Reinigungskraft. Mesfen wird mit ihr demnächst zum Augenarzt gehen. Sohn Eremyas geht seit September 2012 in die Vorschule. Ein erstes Zeugnis wird im Sommer vorliegen. Eremyas hatte bei meinem Besuch eine offene Entzündung am Kopf (s. Photos und Video auf der homepage) und einen total entzündeten Schneidezahn. Wegen der Dringlichkeit ist Eremyas noch während meines Aufenthaltes ärztlich und zahnärztlich behandelt worden.
Besuch September/Oktober 2013:
Eremyas hat immer noch ein Problem mit einem Zahn und er wird einen Zahnarzt aufsuchen. Seine Leistungen sind gut. Mittlerweile bestickt die Mutter traditionelle Gewänder und verdient monatlich 450 Birr.

35. Familie Abera (6; Eltern und Töchter Ejigayehu, Habil, Absalat sowie Sohn Yonathan)
Mutter Haimanot (geb. 1982), verkauft Lotterielose, der Vater Solomon (geb. 1972) arbeitet als Tagelöhner. Die Eltern sind Analphabeten; das monatliche Durchschnitts-einkommen beträgt 350 Birr. Sie überleben gerade so eben, weil die Miete Ihrer Behausung sehr niedrig ist. Der Schulbesuch hat nicht die höchste Priorität, da jedes Familienmitglied über kleine Hilfsarbeiten Geld zum Überleben beisteuern muss.
Tochter Ejigayehu (geb. 1998), siebte Klasse
Tochter Habil (geb. 2002), vierte Klasse
Sohn Yonathan (geb. 2005), erste Klasse
Tochter Absalat (geb. 2011)
Besuch Dezember 2012/Januar 2013: Alle sind wohlauf, allerdings benötigt Habil eine Brille. Die Leistungen von Habil (Rang 8 von 52) und Ejigayehu (Rang 13 von 44 sind gut, Yonathan fällt allerdings etwas ab. Dies werden wir verfolgen und ich erwarte, dass auch die Leistungen von Yonathan durch das Tutorium besser werden.
Besuch September/Oktober 2013:
Hier hat sich etwas in der Familienzusammensetzung verändert. Ejigayehu ist offenbar die Tochter der Schwester (Birhane) von Mutter Haimanot und hat nur vorübergehend in der Familie gelebt. Ejigayehu ist nun mit ihrer Mutter Birhane zurück in den Süden Äthiopiens gezogen (Arussi). Somit leben nun 5 Personen im Haushalt Abera. Habil hat eine Brille bekommen und kann nun besser sehen. Ihre Leistungen sind gut. Yonathan hat sich erfreulicherweise in der Schule verbessert.

36. Familie Shemeles (4; Mutter und Tochter Alemnesh und Sohn Yonas and Abera)
[Im Video irrtümlich als Familie Agesse bezeichnet] Die noch junge Mutter Habtam (geb. 1994) ist HIV positiv und verdient – soweit es ihre gesundheitliche Verfassung zulässt – ca. 210 Birr monatlich mit Wascharbeiten. Tochter Alemnesh (geb. 2000) geht in die fünfte Klasse und bessert das Einkommen durch den Verkauf von Lotterielosen auf. Dies geht natürlich auf Kosten der Schularbeiten. Sie ist in der vierten Klasse auf Rang 28 von 54 SchülerInnen. Alemnesh ist HIV negativ. Sohn Yonas (geb. 2008) hat einen anderen (HIV positiven) Vater. Auf unseren Wunsch wurde Yonas nun getestet und er ist negativ! Die Mutter ist überglücklich; sie hatte zunächst nicht den Mut für einen Test.
Besuch Dezember 2012/Januar 2013: Dieser Besuch entpuppte sich als echte Überraschung, da Mutter Habtam uns ihren zweiten Sohn Abera (geb. 2000, grade 1) vorstellte, der zuvor bei Verwandten auf dem Land gelebt hat. Mesfen muss hier noch einmal nachhaken, zumal die Mutter die Zeugnisse der Kinder nachreichen muss.
Besuch September/Oktober 2013:
Die Familie ist – abgesehen von der HIV Infektion der Mutter Habtam – wohlauf.
Das Zeugnis von Abera könnte besser sein; insbesondere der Leistungsabfall im zweiten Halbjahr sollte kompensiert werden. Alemnesh zeigt eine recht positive performance im Vergleich mit dem Vorjahr, nach Auffassung der Lehrer könnte sie noch besser sein. Die Mutter ist allerdings Analphabetin und kann die Kinder diesbezüglich nicht fördern. Hier bietet sich auch ein Schultutorium an. Yared wird dies einleiten.

37. Familie Masresha (6; Eltern, Söhne Muluken, Alemayehu, Yabsra und Tochter Seritu)
[Im Video 2011/2012 irrtümlich als Familie Tareke bezeichnet] Mutter Abenet (geb. 1982)
Vater Masresha (geb. 1973), Tagelöhner, monatliches Einkommen ca. 250-300 Birr.
Die Eltern kamen vor 15 Jahren aus Gonder, um in Addis Arbeit zu finden. Zuerst lief es ganz gut. Seit fünf Jahren lebt die Familie aber in einer von Plastikfolien zusammengehaltenen Hütte. Eigentlich kann man nicht mehr von leben oder wohnen sprechen. Hier fehlt es an fast allem: sie haben keine Matratze und keine warmen Decken. Addis Abeba liegt auf über 2000m Höhe und nachts wird es empfindlich kalt.
Tochter Seritu (geb. 1999) lebt wegen häufiger sexueller Übergriffe in diesem Slum in der Hütte ihres Onkels an einem sicheren Ort. Sie geht in die fünfte Klasse
Die Söhne Muluken (geb. 2002) und Alemayehu (geb. 2004) gehen in die dritte und zweite Klasse. Der jüngste Sohn Yabsra wurde 2011 geboren. Die Mutter hat uns gegenüber versichert, dass keine weiteren Kinder geplant sind und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.
Trotz der mehr als widrigen Umstände sind die Kinder erfolgreich in der Schule und dies ist – ein besseres Umfeld vorausgesetzt – noch ausbaufähig.
Seritu ist die sechsbeste von 45 Schülern, Muluken der zweitbeste von 39 und Alemayehu der zwölftbeste von 59!
Besuch Dezember 2012/Januar 2013: Familie Masreshan hat uns in meiner Unterkunft besucht. Mesfen (geschweige denn ich selber) kann auch diese Familie nicht mehr in ihrer Hütte besuchen, da der Vermieter sofort Geld wittert und die Miete anhebt. Das Zeugnis von Seritu (Rang 6 von 64) und Muluken (4 von 50) ist sehr gut, das von Alemayehu (16 von 50) gut. Wir warten das nächste Zeugnis (nach Besuch des Schultutoriums) ab; vielleicht kommt eines der Masresha Kinder auch für die Akaki- oder Esperanza-Schule in Frage. Für alle Kinder muss eine Wolldecke, Kleidung und Schuluniformen gekauft werden.
Besuch September/Oktober 2013:
Ich habe dieses Mal die Familie unauffällig besucht. Alle sind wohlauf. Seritu ist in der Schule etwas abgefallen (11 von 53), aber immer noch gut, Muluken ist wieder sehr gut (5 von 40) und Alemayehu ist gleich gut geblieben (18 von 47). Die Kinder werden ein Schultutorium besuchen.

38. Familie Tereza (2; Mutter und Sohn Zerihun)
Mutter Sinke ist 35 Jahre alt (geb. 1976) und HIV positiv. Nach ihrem Bericht hat sie sich bei ihrem Ehemann vor ca. zehn Jahren infiziert. Der Mann ist vor acht Jahren verschwunden. Die Familie lebte im Westen von Addis in Ambo. Vor sieben Jahren ist die Mutter gemeinsam mit ihrem Sohn Zerihun (geb. 1997) nach Addis gekommen, um hier eine Arbeitsstelle zu finden. Sie leben in Akaki, einem Vorort von Addis Abeba. Die Mutter ist, wie die meisten Eltern in unserem Projekt, Analphabet. Sie verdient durch gelegentliches Wäschewaschen in der Nachbarschaft ca. 10 Birr am Tag. Der Junge geht in die neunte Klasse und erscheint sehr aufgeweckt. Er tauscht die Geldmünzen der Minibusfahrer in Geldscheine und bringt monatlich 200 Birr nach Hause. Natürlich kann er so nicht regelmäßig zur Schule gehen. Dennoch ist er von 60 Schülern auf Rang 21. Das ist sicherlich ausbaufähig.
Die Mutter möchte nicht zu Hause sitzen und auf unser Geld warten. Sie möchte einen kleinen Gemüsestand aufbauen oder in einem Beautysaloon (Friseurladen) arbeiten. Dazu benötigt sie eine kleine Ausbildung. Sie wird uns über die Kosten informieren und Mesfen wird dies kritisch prüfen. Wir haben bereits Erfahrung mit diesen Mikroinvestitionen. Zenash Derebe hat auch mit unserer Hilfe erfolgreich einen kleinen Gemüsestand aufgebaut und dies gibt den Frauen Selbstwertgefühl und ein kleines Einkommen.
Besuch Dezember 2012/Januar 2013: Mutter uns Sohn sind wohlauf. Das Zeugnis von Sohn Zerihun wird nachgereicht. Zerihun benötigt Schulbücher, Sportzeug, Schuhe und einen Satz Kleidung.
Besuch September/Oktober 2013:
Yared hat mit der Mutter gesprochen. Der Familie geht es gut und das Zeugnis von Zerihun ist positiv ausgefallen (17 von 46). Zerihun hat ein Englisch/Englisch Wörterbuch bekommen sowie ein Dress für den Sportunterricht.

39. Helen Demilew
Helen (geb. 07.08.1983) lebt in Bahar Dar bei ihren Eltern.
Besuch Dezember 2012/Januar 2013: Helen hat im Dezember 2012 eine zweijährige praktische Ausbildung zum Reparieren von Mobiltelefonen am Technical Training Institute in Bahar Dar beendet. Der Arbeitsmarkt erwartet aber auch theoretische Kenntnisse, so dass sie seit Januar 2013 am Senait Computer Training Institut (Bahar Dar) ihre Ausbildung vervollständigt.
Besuch September/Oktober 2013:
Helen hat ein schwieriges Jahr hinter sich (Malaria, Unfall) und sie musste ihre Ausbildung unterbrechen. Jetzt ist alles OK und sie hat den Unterricht wieder aufgenommen.

40. Familie Eredow (6; Vater Belete, Töchter Beziaho, Bethlehem, Macdes; Söhne Wendante, Nadnel)
Die Mutter ist 2007 an TB gestorben, eine Krankheit, die sich mit einem guten Antibiotikum gut heilen lässt. Aber hier fehlt es an den elementarsten Dingen (s. Video). Vater Belete arbeitet als Tagelöhner (wenn es Arbeit gibt) und verdient nicht mehr als 200 Birr monatlich. Mesfen hat diese Familie vor einer Kirche gefunden, wo die gesamte Familie um ihr Überleben bettelte. Geschlafen hat die Familie vor der Kirche. Mesfen hat dem Vater ab Juni 650 Birr zur Verfügung gestellt, was das Überleben gesichert hat. Auch hat der Vater mit diesem Geld (entspricht ca. 25 €) eine ärmliche Behausung gemietet. Decken oder eine Matratze gab es nicht. Die Kinder waren völlig erkältet und sahen nicht gut aus
Die Schulkassenzugehörigkeit wird noch von Mesfen geklärt. Die Zeugnisse sind wegen des gelegentlichen Schulbesuchs noch suboptimal. Hier erwarten wir jedoch Besserung, da alle Kinder sich auf einen regelmäßigen Schulbesuch freuen.
Töchter:
Beziaho, geb. 14.05.1999, grade 6
Bethlehem, geb. 05. 2005, Vorschule/Kindergarten
Macdes, geb. November 2008, Vorschule/Kindergarten

Söhne
Wendante, geb. September 2004, grade 1
Nadnel, geb. April 2007, Vorschule/Kindergarten

Wendante hatte einen Armbruch erlitten und die Bruchstelle ist schief zusammengewachsen; dies hat eine Schiefstellung des Unterarms zur Folge. Wir fördern diese Familie sechsköpfige Familie nun mit 1200 Birr (= 48 €) monatlich
Besuch September/Oktober 2013:
Der Vater hat es echt schwer, seine fünf Kinder zu betreuen. Anscheinend muss Beziaho den ganzen Haushalt führen, was natürlich zeitaufwendig ist. Diese Zeit fehlt dann für die Hausaufgaben. Die Zeugnisse aller Kinder sind nicht gut, allerdings fördern wir die Familie auch erst seit acht Monaten. Hier müssen wir noch etwas Geduld haben. Mit der Haushaltsführung müssen wir uns etwas einfallen lassen. Vielleicht finden wir eine preiswerte Haushaltshilfe, so dass Beziaho entlastet wird.
Die Situation ist offenbar noch dramatischer, da der Vater offenbar an Lungenkrebs leidet. Yasin klärt gerade ab, ob es staatliche Unterstützung für Krebskranke gibt.

41. Familie Mossu (5; Vater Belete, Mutter Emebet, Töchter Yodit, Hanna, Sohn Woredework)
Der Vater Belete ist außergewöhnlich alt (68 Jahre alt; geb. 1944) und ist seit dem Kindesalter blind. Er hat sein ganzes Leben als Bettler verbracht und ist seit einer Infektion einer Wunde bettlägerig. Mutter Emebet ist 1982 geboren und arbeitet bei Gelegenheit als Wäscherin. Manchmal trägt Sohn Woredework seinen Vater auf dem Rücken zur nächsten Kirche, wo er ein paar Birr erbettelt.
Woredework hat bis zu unserer Förderung nachts als Parkwächter gearbeitet. Die Schule leidet natürlich, da der Junge morgens zur Schulzeit völlig übermüdet ist.
Insgesamt hatte die Familie ein monatliches Durchschnittseinkommen von ca. 250 Birr; zu wenig zum Leben – zu viel zum Sterben. Wir fördern diese Familie nun mit monatlich 1000Birr, haben eine Matratze und Wolldecke gekauft sowie notwendige Kleidung
Besuch September/Oktober 2013:
Nachdem wir diese Familie nun seit ca. 10 Monaten fördern, haben sich die Dinge stabilisiert. Der Familie geht es gut und die Leistungen der Kinder liegen im Mittelfeld. Sohn Woredework beklagte sich über häufig ausfallenden Unterricht an der stattlichen Schule. Er möchte gerne auf eine leistungsstärkere Privatschule gehen. Woredework muss nun mit seinen Zeugnissen zu einer Privatschule und die Aufnahmekriterien erfüllen. Ich werde über den Ausgang seiner Bewerbung berichten und dann selber mit den Lehrern der Privatschule sprechen. Der Vater leidet unter einem kleinen Geschwür am Bein, das ihn ans Bett bindet. Er hat mittlerweile eine medizinische Behandlung erhalten und wir hoffen, dass er mittelfristig wieder mobil ist und zum Unterhalt der Familie beitragen kann.
Yodit (grade 6, Rang 33 von 54) legt ein passables Zeugnis vor und Hana geht noch in den Kindergarten.

42. Familie Lemma (4; Vater Abera, Mutter Mamu, Tochter Tiringo, Sohn Esubalow)
Der Vater (geb. 1972) ist stark sehbehindert und kann kaum gehen. Er bettelt und verkauft ein paar Lotterielose. Die Mutter (geb. 1980) hat Diabetes und ist an das Bett gebunden.
Tochter Tiringo (geb. 27.05.1998, grade 7) musste mehr oder weniger den Haushalt führen und dem Vater zum Betteln führen. Da ist kein regelmäßiger Schulbesuch möglich und das Zeugnis fällt dementsprechend aus. Sohn Esubalow (geb. 08.05.2002) musste auch Lotterielose verkaufen. Mit vereinter Kraft kommen monatlich vielleicht 350 Birr zusammen.

Wir fördern diese Familie zunächst für ein Jahr und warten die Zeugnisse ab. Mesfen wird auch mit den Lehrern sprechen. Wir haben die Familie aber mit Kleidung, einer Matratze und Wolldecke ausgestattet.
Besuch September/Oktober 2013:
Die Mutter ist leidet schwer unter Diabetis und benötigt teure Medikamente (Glibenclamide). Yasin hat nun herausgefunden, dass die Behörden für die Kosten aufkommen, wenn sie Familie nachweisen kann, dass sie arm ist. Wir werden diese Angelegenheit verfolgen, denn die Medikation kostet 400 Birr pro Monat.
Die schulischen Leistungen der beiden Kinder sind in Ordnung.
Kurz nach meiner Abreise ist die Mutter leider verstorben und hier stellt sich nun auch das Problem der Haushaltsführung. Ansonsten muss die älteste Tochter diese Arbeit übernehmen, was zu Lasten der Schule geht. Diesbezüglich müssen wir mit 350 Birr monatlich (14 €) rechnen.

43. Familie Alemu (2; Mutter Tapharow, Tochter Betty)
Wir haben die Mutter und ihre behinderte Tochter Betty nun fast ein Jahr unterstützt, aber wir können nichts Weiterführendes für das Kind tun, denn wir haben einfach nicht die entsprechenden Betreuungsmöglichkeiten. Ich habe mit Jutta de Muynck Kontakt aufgenommen. Momentan ist leider kein freier Platz vorhanden, aber ich bin hier zuversichtlich. Jutta hat das MCRC (Mother and Child Rehabilitation Centre www.mcrc-addisababa.org/) gegründet und leitet es mit großem Engagement. Jutta arbeitet mit Ärzten und Psychotherapeuten zusammen. Hier können Mutter und Kind medizinisch und psychologisch betreut werden.

45 Samuel Ergebelew Lantidru
Mesfen, der in der Nachbarschaft zu Samuel lebt und ihm ab und zu etwas Essen gibt, hat mir seinen Fall schon letztes Jahr geschildert. Samuel (geb. 23.06.1994) kam 2007 nach dem Tod seiner Eltern aus Debre Birhan nach Addis. Er hat dort keine Verwandten und ist völlig auf sich alleine gestellt. Er muss für etwas Essen und eine Schlafstätte den ganzen Tag arbeiten. Abends geht er dann, wenn er nicht zu schwach und hungrig ist, zur Schule. Er ist grade 10 und seine Leistungen befriedigend, was bei seiner Lebensweise auch nicht wirklich überrascht, denn er hat de facto keine Zeit zum Lernen. Samuel brennt darauf nach Erreichen von grade 11 eine praktische Ausbildung am Building Electric Installation College zu beginnen. Er macht auf mich einen sehr ehrgeizigen Eindruck und er wird diese Chance nutzen.
Besuch September/Oktober 2013:
Mittlerweile besucht er im zweiten Jahr erfolgreich das Building Electric Installation College. Samuel wird wohl Ende 2014 das College abschließen. Duke und Yared haben sämtliche Angaben von Samuel direkt am College überprüft. Samuels Zeugnis liegt Yared mittlerweile vor.

46. Benyam (06.03.1994) und Bereket Wendemu (geb. 27.10.1992).
Siehe auch unter: Neu in die Förderung aufgenommene Studenten
Besuch September/Oktober 2013:
Bereket ist der Bruder von Benyam und beide sind Neffen von Bekelle, der seit 2008 nach Förderung durch unseren Verein eine gute Stellung am Hilton Hotel inne hat. Beide studieren Ingenieurswesen. Benyam erreichte in seinem letzten Zeugnis den Wert 3.6 von 4.0 möglichen Punkten, Bereket einen Wert von 3.1. Beide leben bei der Familie, aber die Transport- und Kopierkosten machen der Familie schwer zu schaffen. Wir haben die Aufwendungen für Bus und Kopieren überschlagen und fördern nun Benyam und Bereket mit je 500 Birr monatlich. Ich habe nun beiden ein Labtop mitgebracht, das sie sehr gut für ihr Studium nutzen können.

47. Familie Mergia Dereje (4; Mutter Mekdes, Töchter Saron, Abigal und Santa)
Seitdem der Vater eine andere (jüngere) Frau kennengelernt hat, lebt die Mutter mit ihren drei Kindern alleine. Früher hat Mekdes als Kellnerin in einem Restaurant gearbeitet, aber sie kann nun nicht mehr den ganzen Tag arbeiten, da sie den Haushalt führen muss und sich um die Kinder kümmert. Sie arbeitet stundenweise als Wäscherin oder Putzfrau und verdient 300 Birr monatlich, was natürlich vorne und hinten nicht ausreicht. Die Kinder, deren Leistung bereits gut bis sehr gut ist (s.u.), brauchten dringend eine Wolldecke, Kleidung und Schulbücher.
Saron (geb. 16.08.1998), grade 7, Rang 5 von 38 SchülerInnen
Abigal (geb. 1999), grade 5, Rang 9 von 27 SchülerInnen
Santa (geb. 2003), grade 2, Rang 3 von 26 SchülerInnen
Besuch September/Oktober 2013:
Die Mutter arbeitet als Putzfrau (Lohn 500 Birr monatlich) und trägt somit zum Lebensunterhalt der Familie bei. Alle Kinder haben sehr gute Zeugnisse:
Abigal (12 von 58)
Saron (1 von ?)
Santa (4 von 49)
Saron konnte sich gut mir mit auf Englisch unterhalten. Ich bin der Meinung, dass wir diese Kinder unbedingt fördern sollten und wir haben sie zügig auf einer nahe gelegenen Privatschule angemeldet (Elbetel Schule). Diese Schule kostet pro Kind nun 6000 Birr pro Jahr. Ich schaue mir die nächsten Zeugnisse genau an und wir werden sehen, ob meine Einschätzung richtig war.

48 Abraham Zleke
Abraham (geb. 1986) musste 2006 nach dem Tod seiner Eltern die Schule verlassen. Er leidet am Grünen Star und eine Erblindung droht, wenn nicht operiert wird. Er würde sehr gerne wieder zur Schule gehen, denn er schlägt sich seit sechs Jahren durch. Zunächst als Tagelöhner und sie die Augen schlechter wurden, lebt und schläft er in einer Kirche auf dem nackten Boden. Etwas Essen bekommt er von Kirchgängern. Wir haben ihm Kleidung, Decke und Matratze zur Verfügung gestellt und er soll nach einer Augenoperation den Schulbesuch wieder aufnehmen. Yasin bespricht mit seiner Schwester (die Ärztin in Addis ist), in welchem Krankenhaus diese Standardoperation am besten durchgeführt werden kann.
Besuch September/Oktober 2013:
Nach einem Besuch beim Augenarzt bekommt Abraham nun eine Brille. Damit ist er überhaupt in der Lage, einem Schulunterricht zu folgen. Zum nächstmöglichen Einstiegstermin wird Abraham die Schule besuchen.

Ich möchte schließen mit einem herzlichen Dankeschön für euer/Ihr Vertrauen und den besten Wünschen für 2014.

Bleiben Sie / bleibt unserem Projekt auch weiterhin gewogen und helfen Sie/ helft bitte bei der Suche nach neuen Sponsoren

Euer / Ihr
Klaus Mummenhoff

PS: Die Spendenbescheinigungen für 2013 werden Ende Januar /Anfang Februar 2014 per e-mail zugestellt.

Entsprechende Photos und Videos mit Bildunterschriften (Vor- und Nachnamen der Familien plus Zugangsnummer) werden bald dank Konstantins freundlicher Hilfe auf unserer Homepage („Wem wir helfen“ anklicken) hinterlegt sein.